Dortmunds Defensive vor Saisonauftakt gegen den HSV erneut angespannt

Personalsorgen in der Defensive
Borussia Dortmund steht vor dem Auftakt der neuen Bundesliga-Saison gegen den Hamburger SV erneut vor Herausforderungen in der Defensive. Trainer Niko Kovac muss sich, ähnlich wie in der Vorsaison, mit einer angespannten Personalsituation in der Innenverteidigung auseinandersetzen. Die Partie findet am Samstagabend statt.
Für das Spiel gegen den HSV fallen Nico Schlotterbeck und Emre Can definitiv aus. Der Einsatz von Ramy Bensebaini, der an Rippenproblemen leidet, gilt als unwahrscheinlich. Diese Ausfälle zwingen Kovac zu einer erneuten Improvisation in der Abwehrreihe.
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Bereits vor dem Auftakt der vergangenen Saison, als Borussia Dortmund auswärts gegen den FC St. Pauli spielte und ein 3:3 erreichte, musste Kovac auf Nico Schlotterbeck, Emre Can und Niklas Süle verzichten. Damals bildeten Waldemar Anton, Ramy Bensebaini und Filippo Mané die Dreierkette. Ein Platzverweis für den jungen Mané verschärfte die Situation zusätzlich, sodass Julian Ryerson aushelfen musste. Auch im weiteren Verlauf der letzten Saison war Kovac in der Innenverteidigung immer wieder zu Umstellungen gezwungen.
Kovac äußerte sich auf einer Pressekonferenz zur Situation: „Wenn man Dreierkette spielt, braucht man immer mal wieder einen Innenverteidiger mehr. Wenn du mit Viererkette spielst, dann kommst du mit vier ganz gut hin.“
Mögliche Aufstellung und Alternativen
Die ersten drei Positionen in der Abwehr dürften sich fast von selbst ergeben. Waldemar Anton wird voraussichtlich als Abwehrchef agieren. An seiner Seite könnten Filippo Mané, der sich in diesem Jahr weiterentwickelt haben soll, und Neuzugang Joane Gadou spielen. Gadou zeigt trotz seiner 19 Jahre eine bemerkenswerte Routine.
Als weitere Alternative nannte Kovac Julian Ryerson, der bereits in der letzten Saison in der Innenverteidigung ausgeholfen hat. Allerdings bestehen auch auf den Außenbahnen hinter Ryerson und Daniel Svensson Engpässe, was seine Verfügbarkeit für die Innenverteidigung fraglich macht. Die Vorbereitung verlief laut Kovac gut, und die Spieler hätten gezeigt, dass sie die Positionen besetzen können.
Ein weiterer Spieler, Luca Reggiani, der einen Wechsel anstrebt, wurde von Kovac nicht als Alternative erwähnt. Dies deutet darauf hin, dass Reggiani in der internen Hierarchie hinter Mané zurückgefallen ist. Die aktuelle Personalsituation könnte jedoch die Entscheidung der BVB-Verantwortlichen beeinflussen, ob sie den jungen Italiener überhaupt abgeben können.
Neue Verpflichtungen sind derzeit nicht zwingend vorgesehen. Die Vereinsführung möchte nur Spieler verpflichten, von denen sie zu 100 Prozent überzeugt ist, und nicht nur aufgrund des akuten Bedarfs. Daher wird Kovac voraussichtlich versuchen, die Anfangsphase der Saison mit dem vorhandenen Personal zu bewältigen und auf eine schnelle Rückkehr der verletzten Spieler zu hoffen.
HSV-Vorbereitungen und Dortmunder Bilanz
Der Hamburger SV reist als Gast zum Saisonauftakt nach Dortmund. HSV-Cheftrainer Merlin Polzin kann dabei auf Jordan Torunarigha zurückgreifen, der nach muskulären Problemen wieder einsatzfähig ist. Der HSV muss jedoch weiterhin auf Warmed Omari (Schulter) und Miro Muheim (muskuläre Probleme) verzichten. Alexander Rössing-Lelesiit befindet sich noch im Aufbautraining.
Borussia Dortmund hat in diesem Transfersommer die höchsten Ausgaben aller Bundesliga-Vereine getätigt, wobei für sechs Neuzugänge 108,5 Millionen Euro geflossen sein sollen. Zu den neuen Spielern gehören Konstantinos Karetsas (18) und Giannis Konstantelias (23), die die Offensive verstärken sollen. In der Vorbereitung gewann der BVB drei von sechs Spielen, spielte einmal unentschieden und verlor zwei Partien. Zuletzt unterlagen die Dortmunder im Supercup dem FC Bayern München mit 1:2, wobei Ramy Bensebaini die Rote Karte sah, aber gegen den HSV voraussichtlich spielen darf, sofern seine Rippenprellung es zulässt.
Kovac betonte die Qualität seiner Mannschaft und das Ziel, die Saison gut zu starten: „Wir wollen zu Hause sofort Druck machen und das Spiel gewinnen. Wir wollen gut in die Saison starten und dafür brauchen wir drei Punkte.“ Die Dortmunder sind in ihren vergangenen neun Heimspielen zum Bundesliga-Start ungeschlagen geblieben.
In der vergangenen Saison führte der HSV in Dortmund bis zur 70. Minute mit 2:0, verlor die Partie aber noch mit 2:3. Polzin erinnerte an dieses Spiel: „Wenn du bis zur 70. Minute mit 2:0 bei Borussia Dortmund führst, dann hast du nicht so viel falsch gemacht. Dass sie mit ihrer Qualität, besonders zu Hause, so ein Spiel drehen können, das haben wir gemerkt und gespürt. Es wird wieder eine große Herausforderung für uns werden.“
Der BVB hat in der Vergangenheit eine beeindruckende Serie von zehn Auftaktsiegen in Folge hingelegt, die erst im August 2025 mit einem 3:3 gegen den FC St. Pauli endete. Die Serie ohne Auftaktniederlage hält jedoch seit dem 0:2 gegen Bayer Leverkusen im August 2014 an. Von den bisherigen drei Auftaktduellen gegen den HSV gewann Borussia Dortmund zwei. Das Spiel wird live im HSVnetradio übertragen.
Source: sport1.de