Fifa-Legenden fordern Rücktritt von Gianni Infantino

"Genug ist genug": FIFA-Legenden erhöhen Druck auf Infantino mit scharfen Worten

Druck auf Fifa-Präsident Infantino wächst

Gianni Infantino, der Präsident des Weltfußballverbandes FIFA, sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt. Eine Gruppe einflussreicher aktiver und ehemaliger Fußballspieler hat seinen Rücktritt gefordert. In einem Schreiben mit dem Titel „Genug ist genug“ äußern die Ex-Profis scharfe Kritik an der aktuellen Führung der FIFA.

Die Erklärung, die über soziale Medien verbreitet wird, betont, dass die Unterzeichner „genau dieselben Bedenken wie Millionen von Fans auf der ganzen Welt“ teilen. Sie kritisieren, dass sich der Sport unter der derzeitigen Führung von seinen Grundwerten entfernt habe und wichtige Entscheidungen ohne Rücksicht auf Spieler und Fans getroffen worden seien.

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Zu den Unterzeichnern gehören prominente Namen wie der ehemalige Verteidiger von Manchester United und Arsenal, Mikaël Silvestre. Silvestre ist zudem Mitglied des 16-köpfigen Spielerbeirats der FIFA, der zur Unterstützung von Initiativen gegen Rassismus eingerichtet wurde. Auch die englische Verteidigerin Lucy Bronze, der ehemalige englische Torhüter David James und der französische Weltmeister von 1998, Emmanuel Petit, haben die Erklärung unterzeichnet. Es wird erwartet, dass sich weitere Persönlichkeiten anschließen.

Die Kritik kommt auch aus den Reihen des „FIFA Legends“-Programms, bei dem einige der Unterzeichner als Botschafter für die FIFA tätig waren. Dies stellt eine neue Eskalationsstufe im Machtkampf um den FIFA-Präsidenten dar, da die „FIFA Legends“ bisher eher zurückhaltend waren. Der Portugiese Luís Figo hatte bereits vor etwa vier Wochen in einem Gastbeitrag den Rücktritt Infantinos gefordert.

Kritik an Entscheidungsfindung und gescheiterten Plänen

Die Erklärung der Ex-Profis kritisiert, dass „die Macht die Fähigkeit der derzeitigen Führung getrübt“ habe, zwischen eigenen Interessen und dem Wohl des Fußballs zu unterscheiden. Die jüngsten Ereignisse hätten es „unmöglich gemacht, weiter zu schweigen“. Die Gruppe fordert einen strukturierten Wandel und ein echtes, direktes Mitspracherecht für Spieler und Fans bei der Führung des Fußballs.

Infantino steht insbesondere nach seinem gescheiterten Versuch, Anteile an großen FIFA-Turnieren an private Investoren zu verkaufen, unter Druck. Dieser Plan stieß auf heftigen Widerstand, insbesondere von der UEFA, die mit einem Boykott ihrer Mitgliedsverbände von FIFA-Turnieren drohte. Obwohl die Pläne vorerst auf Eis gelegt wurden, konnten die Kritiker dadurch nicht besänftigt werden.

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Gianni Infantino muss sich oft erklären.(Foto:picture alliance / Pressefoto Ulmer) Credit: n-tv.de

Die UEFA hatte scharf auf die offenbar klandestin forcierten Pläne zum Verkauf von Anteilen an unter anderem der Fußball-WM der Männer reagiert. Aleksander Čeferin, der Präsident der UEFA, hat eine eigene Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten ausgeschlossen, hält aber an seiner Forderung nach Infantinos Ablösung fest. Čeferin betonte, dass er kein Interesse an dem Posten habe, um seine Glaubwürdigkeit zu wahren.

Die Amtszeit von Čeferin, der seit 2016 UEFA-Präsident ist, endet im kommenden Jahr, ebenso wie die von Infantino. Čeferin äußerte, dass die FIFA die Karte „Das arrogante Europa ist gegen uns“ spiele und erinnerte daran, dass Infantino Europäer sei und von der UEFA unterstützt wurde.

Unsichere Wiederwahl und Forderung nach Wandel

Obwohl Infantino weiterhin die Unterstützung zahlreicher Verbände genießen mag, befindet er sich in der größten Krise seiner Amtszeit an der Spitze der FIFA. Seine Wiederwahl beim FIFA-Kongress im März 2027 gilt als unsicher. In den Jahren 2019 und 2023 war er noch ohne Gegenkandidaten per Akklamation in seinem Amt bestätigt worden.

Die Gruppe der ehemaligen Spieler fordert Anstrengungen, um „die Zukunft unseres Sports neu zu gestalten“. Sie betonen, dass es gute Menschen innerhalb der FIFA gebe, die das Vertrauen wiederherstellen wollen, aber eine neue Ära erfordere einen strukturierten Wandel. Spieler und Fans verdienten eine echte Stimme, um gemeinsam die Zukunft des Fußballs neu zu gestalten.

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Gianni Infantino (weißes Hemd) posiert mit zahlreichen Fifa-Legenden bei der WM 2026. Jetzt hat sich Mikael Silvestre (untere Reihe, zweiter von rechts) gegen ihn ausgesprochen. (Quelle: IMAGO/Huang Zongzhi/imago) Credit: t-online.de

Infantino hat sich den Rücktrittsforderungen bislang widersetzt und zeigt keine Anzeichen, seine Rolle im Weltfußball zu überdenken. Die schnelle Ankündigung, die umstrittenen Pläne nach dem konzertierten Protest ruhen zu lassen, konnte die Kritiker nicht zufriedenstellen. Die Forderung nach einem Machtwechsel bleibt bestehen, da die Ex-Profis betonen, dass „Veränderungen notwendig“ sind.

Source: n-tv.de

Sophie Wagner ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.

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