Tour de France: Virus betrifft Teams, auch Helfer von Pogacar erkrankt

Virale Herausforderungen im Peloton
Bei der Tour de France sind zahlreiche Teams von einer Krankheitswelle betroffen, die sich durch das Fahrerfeld zieht. Auch das UAE Emirates-Team von Tadej Pogacar ist betroffen. Während der 18. Etappe von Voiron nach Orcières-Merlette musste Brandon McNulty (28, USA), ein Teamkollege Pogacars, das Rennen aufgrund einer Krankheit aufgeben. Nils Politt (32), ein weiterer Helfer Pogacars, ist bisher nicht erkrankt und äußerte sich zu den Vorsichtsmaßnahmen im Team.
Politt berichtete, dass McNulty sich bereits am Vortag und am Morgen der Etappe unwohl gefühlt hatte. Ein weiterer Teamkollege, Adam Yates (33, Großbritannien), zeigte sich am Renntag verbessert, nachdem er sich am Vortag ebenfalls nicht gut gefühlt hatte. Tim Wellens (Belgien) half Yates am Mittwoch, obwohl beide Fahrer angeschlagen wirkten. Die Situation verdeutlicht die Strapazen der Tour, bei der Fahrer oft bis an die Grenzen gehen, anstatt frühzeitig aufzugeben.
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Die Krankheitswelle betrifft nicht nur das Team UAE Emirates. Politt erwähnte, dass auch andere Teams mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Er betonte, dass er noch keine Tour de France erlebt habe, bei der es keine Krankheiten gab, die aktuelle Verbreitung sei jedoch ungewöhnlich. Die Teams versuchen, sich so gut wie möglich zu schützen, indem sie Maßnahmen wie Einzelzimmer und Desinfektionsmittel nutzen. Das gemeinsame Abendessen, ein normalerweise wichtiger Bestandteil des Teamlebens, entfällt für erkrankte Fahrer, die auf ihren Zimmern essen.
Auswirkungen auf das Rennen und Pogacars Strategie
Die Erkrankungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, insbesondere vor den beiden entscheidenden Etappen in den Alpen, die zum berühmten Alpe d’Huez führen. Diese Schwächung des Teams könnte das Rennen beeinflussen, auch wenn Pogacar selbst die Situation herunterzuspielen versuchte. Er bezeichnete den Verlust von McNulty als bedauerlich, zeigte sich aber zuversichtlich, dass Yates sich erholen und Wellens trotz Schmerzen weiterfahren würde.
Sportdirektor Matxin Fernandez bestätigte, dass es im Team mehrere Krankheitserreger gibt. Bei Yates handele es sich um Magenprobleme mit Erbrechen, während McNulty starke Halsschmerzen hatte. Diese unterschiedlichen Symptome deuten auf verschiedene Infektionen hin. Trotz der Herausforderungen äußerte sich Pogacar kämpferisch und erklärte, dass das Team die kommenden Tage überstehen werde.
Für die kommenden Etappen werden Pogacar voraussichtlich nur drei Fahrer in voller Stärke zur Seite stehen können: Nils Politt, Felix Großschartner und Isaac del Toro. Die Situation von Florian Vermeersch ist unklar, da er die Etappe in Orcières-Merlette nur im Gruppetto beendete. Die Hauptsorge des Teams ist, dass sich die Krankheitserreger nicht weiter ausbreiten und Pogacar selbst infizieren. Im Falle einer weiteren Schwächung seines Teams könnte Pogacar eine defensivere Strategie verfolgen, um sein Gelbes Trikot und den angestrebten fünften Toursieg zu sichern.
Etappensieg und die letzten Chancen
Die 18. Etappe wurde von Richard Carapaz (33, Ecuador) gewonnen, der sich aus einer Ausreißergruppe absetzte. Carapaz, der Olympiasieger von 2021, sicherte sich damit seinen zweiten Etappensieg bei der Tour de France. Er hatte in den vergangenen drei Wochen mehrfach versucht, eine Etappe zu gewinnen, und nutzte nun eine der letzten Gelegenheiten. Matteo Jorgenson (USA) beendete die Etappe als Dritter und bedauerte, dass er nicht stark genug war, um Carapaz auf den letzten Kilometern zu folgen.
Die 18. Etappe galt als eine der letzten Chancen für Teams, die noch keinen Tageserfolg verbuchen konnten und im Gesamtklassement keine Rolle spielen. Auch das Team Visma-Lease-A-Bike, das nach dem Ausscheiden ihres Kapitäns Jonas Vingegaard aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs nach neuen Zielen suchte, konnte keinen Etappensieg erringen. Der Sportliche Leiter des Teams, Mark Reef, erklärte, dass es für einige Fahrer schwierig sei, sich nach Vingegaards Ausfall neu zu motivieren. Die verbleibenden zwei Tage in den Alpen und die Schlussetappe in Paris bieten noch Gelegenheiten für Etappensiege, vorausgesetzt, Pogacar und die anderen Podiumskandidaten lassen es zu.
Die kommenden Tage werden zeigen, wie sich die Krankheitswelle auf die Strategie der Teams und den Ausgang der Tour de France auswirkt, insbesondere angesichts der bevorstehenden schweren Bergetappen.


Trotz der Herausforderungen bleibt das Ziel von Tadej Pogacar und seinem Team, das Gelbe Trikot bis nach Paris zu bringen.
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Source: bild.de