Birmingham: Frederik Ruppert gewinnt EM-Gold über 3000 Meter Hindernis

Frederick Ruppert: Europameister trotz Atemproblemen - BILD

Frederik Ruppert hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham die Goldmedaille im 3000-Meter-Hindernislauf gewonnen. Der 29-jährige Athlet sicherte sich diesen Erfolg trotz vorheriger Atemprobleme und feierte damit den größten Titel seiner Karriere. Sein Landsmann Karl Bebendorf errang in derselben Disziplin die Bronzemedaille.

Ruppert dominierte das Rennen von Beginn an und bestimmte das Tempo an der Spitze des Feldes mit. Auf der letzten Runde zog er das Tempo noch einmal an und erarbeitete sich einen kleinen Vorsprung, der ihm letztlich zum Sieg reichte. Im Ziel formte Ruppert mit den Händen ein Herz und erklärte, dass die bevorstehende Vaterschaft ihm in diesem Jahr „extrem viel Kraft gegeben“ habe.

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Rupperts Weg zum Europameister

Der Europameister hatte bereits im Mai einen Europarekord aufgestellt, indem er die 3000 Meter Hindernis in 7:57,80 Minuten lief und damit erstmals unter der Acht-Minuten-Marke blieb. Kurz nach einem Wettkampf in Tokio wurde Ruppert jedoch von Atemproblemen beeinträchtigt, die er als seine „einzige körperliche Schwäche“ bezeichnete. Diese Probleme waren auf einen sogenannten Open-Window-Effekt zurückzuführen, bei dem das Immunsystem kurzzeitig geschwächt ist und Viren sowie Bakterien sich leichter ausbreiten können.

Trotz dieser gesundheitlichen Herausforderungen zeigte sich Ruppert die gesamte Saison über in starker Form. Seine Trainingsphilosophie beschreibt er als unspektakulär, mit einem Trainingsplan, der Woche für Woche fast gleich aussieht. Diese Beständigkeit führte ihn nun zum Europameistertitel.

Frederik Ruppert bei seinem Sieg-Lauf bei der EM
Frederik Ruppert bei seinem Sieg-Lauf bei der EM Credit: tagesschau.de

Im Finale in Birmingham lief Ruppert eine Zeit von 8:25,33 Minuten. Er setzte sich gegen den Luxemburger Ruben Querinjean durch, der in 8:25,61 Minuten Silber gewann. Karl Bebendorf komplettierte das deutsche Ergebnis mit einer Zeit von 8:26,65 Minuten, was ihm die Bronzemedaille einbrachte. Für Bebendorf war es die zweite Bronzemedaille in dieser Disziplin, nachdem er bereits vor zwei Jahren Bronze gewonnen hatte.

Weitere deutsche Erfolge in Birmingham

Der Erfolg von Ruppert und Bebendorf war Teil eines Medaillenregens für das deutsche Team am Schlusstag der Leichtathletik-EM. Bei den Frauen hatte Gesa Felicitas Krause zuvor ebenfalls den Titel über die 3000 Meter Hindernis gewonnen.

Ein weiteres Highlight war die Premiere der Mixed-Staffel über 4×100 Meter, bei der das deutsche Team mit Rebekka Haase, Kevin Kranz, Heiko Gussmann und Schlussläuferin Gina Lückenkemper die Silbermedaille holte. Nur Großbritannien war in diesem Wettbewerb schneller und stellte mit 39,97 Sekunden einen neuen Europarekord auf. Die deutsche Staffel verbesserte mit 40,11 Sekunden ebenfalls ihren eigenen deutschen Rekord.

Auch im Speerwurf gab es eine Überraschung: Julia Ulbricht gewann bei ihrem ersten großen Finale mit 61,53 Metern die Silbermedaille. Sie lag nur knapp hinter der neuen Europameisterin Sara Kolak aus Kroatien, die 62,43 Meter warf. Adriana Vilagos aus Serbien belegte mit 60,93 Metern den dritten Platz. Ulbrichts Wurf lag nur fünf Zentimeter unter ihrer persönlichen Bestleistung, die sie drei Wochen zuvor bei den deutschen Meisterschaften aufgestellt hatte. Insgesamt erreichte das DLV-Team 21 Podiumsplätze, darunter sechs Gold-, zehn Silber- und fünf Bronzemedaillen.

Silber zum Abschluss: Heiko Gussmann, Kevin Kranz, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase (von links) feiern eine erfolgreiche EM-Premiere im Mixed.
Silber zum Abschluss: Heiko Gussmann, Kevin Kranz, Gina Lückenkemper und Rebekka Haase (von links) feiern eine erfolgreiche EM-Premiere im Mixed.Sven Hoppe/dpa Credit: sueddeutsche.de

Diese Ergebnisse markieren das beste deutsche Gesamtergebnis bei einer Leichtathletik-Europameisterschaft seit 28 Jahren. Am Vormittag des Schlusstages hatte bereits Amanal Petros Gold im Marathon gewonnen.

Die Europameisterschaft in Birmingham endete mit einem starken Auftritt der deutschen Athleten, die insgesamt 21 Medaillen gewannen.

Source: bild.de

Sophie Wagner ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.

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