Tadej Pogacar gewinnt Etappe in Alpe d’Huez und bricht Rekord trotz Team-Virus

Tadej Pogacar: Etappensieg in schwarzer Hose trotz Virus im Team - BILD

Pogacars fünfter Etappensieg bei der Tour de France

Tadej Pogacar hat bei der Tour de France seinen fünften Etappensieg errungen. Der Slowene gewann die 19. Etappe von Gap nach Alpe d’Huez, nachdem er sich zwölf Kilometer vor dem Ziel von einer Verfolgergruppe absetzte und alle führenden Fahrer überholte. Mit diesem Sieg baute der viermalige Tour-Gewinner seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Remco Evenepoel auf 7:11 Minuten aus.

Nach dem Rennen äußerte sich Pogacar erfreut über seinen Erfolg: „Es ist cool, hier zu gewinnen. Eine verrückte Atmosphäre den Berg hoch. Ich bin für meine Teamkollegen gefahren. Ich hatte gute Beine und es gibt nicht so viele Jungs, die mit mir mitfahren können.“ Er fügte hinzu, dass die anderen Fahrer in der Gruppe miteinander gespielt hätten, was er ausgenutzt habe. Trotz des Sieges bleibt Pogacar bodenständig und betonte, dass der Samstag die härteste Etappe der Tour sei.

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Sein Etappensieg in Alpe d’Huez war der 26. Tour-Etappensieg seiner Karriere. Damit stehen in der Rekordliste nur noch Mark Cavendish sowie die fünffachen Tour-Sieger Eddy Merckx und Bernard Hinault vor ihm.

Rekordfahrt und Team-Herausforderungen

Pogacar stellte auf dem Anstieg nach Alpe d’Huez einen neuen Rekord auf. Er bewältigte die 13,8 Kilometer lange Strecke in 35:26 Minuten. Damit war er 1:13 Minuten schneller als Marco Pantani, der den Berg 1995 in 36:40 Minuten erklommen hatte. Pantani hatte in den 1990er Jahren die drei schnellsten Zeiten am L’Alpe d’Huez erzielt. Pogacar war bei Pantanis Rekordfahrten noch nicht geboren und blieb bei seiner ersten Fahrt im Jahr 2022 deutlich hinter dessen Zeiten zurück.

Pogacar erklärte auf der Sieger-Pressekonferenz, dass der Rekord für ihn keine Rolle gespielt habe. „Ich habe keine Ahnung, was Pantanis Zeit war, wenn ich ehrlich bin“, sagte der 27-Jährige. „Ich bin in den letzten Wochen sehr viel weg vom Internet geblieben und habe nicht viel daran gedacht. Ich habe gehört, dass ich den Rekord gebrochen habe, und das macht mich glücklich. Ich wollte einfach ein gutes Rennen zeigen und heute gewinnen.“

Der Erfolg des UAE Emirates-Kapitäns ist besonders bemerkenswert, da das Team mit einem Magen-Darm-Virus zu kämpfen hat. Brandon McNulty ist bereits ausgeschieden, und andere Fahrer wie Adam Yates und Tim Wellens fühlten sich unwohl. Nils Politt, ein Helfer von Pogacar, verneinte am Donnerstag, dass Pogacar selbst betroffen sei. Es wird spekuliert, dass Pogacar aus diesem Grund eine schwarze Hose trägt, um mögliche „Unglücke“ durch das Virus zu kaschieren, ähnlich wie Sportlerinnen helle Wettkampfkleidung während ihrer Periode meiden.

Teamchef Matxin Fernández lobte Pogacar und das Team: „Tadej ist ein unglaublicher Junge, ein unglaublicher Anführer, ein unglaublicher Champion, es ist ein unglaubliches Team. Wir haben immer an Tadej geglaubt und ich bin so super stolz auf ihn. Wir haben so viele Probleme mit Krankheiten in dieser Woche, daher ist es unglaublich, was die Jungs alle leisten. Das ist eine der besten Mannschaften, die ich je betreut habe.“

Vorbereitungen für die Königsetappe

Trotz der Krankheitsfälle im Team bleibt Pogacar optimistisch. Er äußerte, dass es wahrscheinlicher sei, sich bei einem anfeuernden Fan anzustecken als im Team. Dennoch ergreift der Rennstall Schutzmaßnahmen: „Die, die sich unwohl fühlen, essen auf dem Zimmer. Dazu Hände desinfizieren und Masken auf“, erklärte Nils Politt. Adam Yates geht es am Freitag trotz des Virus besser, und er konnte Pogacar noch für 1500 Meter zehn Kilometer vor dem Ziel unterstützen.

Yates kommentierte die Situation: „Wir leiden sehr, sehr viel. Da ist eine Krankheit im Team und wir haben schwierige Tage. Ich bin auch nicht bei 100 Prozent, aber die Jungs sind gut drauf.“ Die Königsetappe steht am Samstag an, die erneut nach Alpe d’Huez führt, jedoch über eine andere Route und eine deutlich schwerere Anfahrt, einschließlich des Col de la Croix de Fer (2067 m) und des Galibier (2642 m).

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Source: bild.de

Maximilian Weber ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.

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