Van der Poel gewinnt Schlussetappe der Tour de France auf den Champs-Élysées

Philipsen nimmt die Beine hoch, damit van der Poel sicher siegt - Radsport-News.com

Mathieu van der Poel hat die Schlussetappe der 113. Tour de France auf den Champs-Élysées in Paris gewonnen. Der Niederländer setzte sich in einem spannenden Finale knapp vor seinen Verfolgern durch. Sein Teamkollege Jasper Philipsen spielte dabei eine entscheidende Rolle, indem er kurz vor dem Ziel das Treten einstellte und den Sieg van der Poel überließ.

Philipsen, der mit hoher Geschwindigkeit von hinten kam, riss zehn Meter vor der Ziellinie den rechten Arm in die Höhe, um den Erfolg seines Teamkollegen zu feiern. Er erklärte, dass van der Poel in der Vergangenheit viel für ihn getan habe und ein unglaublicher Teamkollege sowie ein Freund sei. Philipsen lobte van der Poel als eine wunderbare Person, die nicht nur für ihn, sondern auch für das Team uneigennützig agiere und anderen Teamkollegen zu Siegen verhelfe.

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Ein emotionaler Sieg für van der Poel

Der Sieg auf den Champs-Élysées hatte für van der Poel eine besondere Bedeutung. Er gestand in einem Interview, dass dies eines der Rennen war, die er in seinem Leben noch gewinnen wollte. Der 31-Jährige hatte nach eigenen Angaben ein ganzes Jahr lang an diesen Tag gedacht, insbesondere nachdem er im Vorjahr krank war und das Rennen im Fernsehen verfolgen musste. Er beschrieb den Erfolg als einen wahr gewordenen Traum.

Das Finale entwickelte sich zu einem dramatischen Spektakel. Auf der letzten von drei Runden über den Montmartre attackierte der Weltmeister von 2023. Lediglich Tadej Pogacar, der Gesamtsieger, konnte ihm folgen. Die beiden Fahrer erarbeiteten sich einen Vorsprung von zwischenzeitlich fast 20 Sekunden vor dem Verfolgerfeld.

Kurz vor dem Ziel distanzierte van der Poel den Mann im Gelben Trikot. Er musste jedoch bangen, dass der im Grünen Trikot heraneilende Mads Pedersen ihn nicht noch abfangen würde. Dank des perfekten Timings seines Teamkollegen Philipsen konnte van der Poel den knappen Sieg ins Ziel retten.

Teamleistung und neue Streckenführung

Philipsen, der bei dieser Frankreich-Rundfahrt auf der 17. Etappe triumphierte, zeigte sich als perfekter Teamplayer. Er betonte, dass dieser Doppelsieg in Paris ein Meilenstein für ihr Team sei. Auch Pogacar, der nun fünfmalige Gesamtsieger, zeigte sich nach dem Finale in der französischen Hauptstadt beeindruckt von der besonderen Stimmung und dem großen Fan-Andrang.

Die neue Streckenführung, die seit dem vergangenen Jahr nicht mehr in einem klassischen Sprint auf den Champs-Élysées endet, sondern das Peloton über den Montmartre führt, sorgte für Diskussionen. Diese Änderung, die an die Olympischen Spiele 2024 erinnert, stieß bei Traditionalisten wie dem Experten Jens Voigt auf Kritik. Voigt äußerte, dass es spektakulär sei, aber am letzten Tag die Fahrer einen ruhigen Tag haben und sicher ins Ziel rollen lassen sollte.

Andere, wie Rolf Aldag, begrüßten die neue Streckenführung. Aldag sah darin eine gute Balance zwischen Sprintern und Fahrern, die attackieren wollen. Er hob hervor, dass es spektakulär sei, das Gelbe Trikot von Tadej Pogacar 300 Meter vor dem Ziel noch einmal einzuholen. Sollte diese Streckenführung beibehalten werden, könnten Klassiker-Spezialisten wie van der Poel weiterhin favorisiert sein. Van der Poel sank völlig erschöpft kurz hinter der Ziellinie vom Rad und lag minutenlang auf dem Boden, bevor er ein erstes Siegerinterview geben konnte.

Dieser Sieg auf den Champs-Élysées bedeutete für van der Poel auch, etwas erreicht zu haben, was weder seinem Großvater Raimond Poulidor noch seinem Vater Adrie van der Poel zuvor gelungen war. Sein Vater hatte 1982 in Paris hinter Bernard Hinault den zweiten Platz belegt. Adrie van der Poel freute sich besonders, dass sein Sohn das Gelbe Trikot besiegt hatte.

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Source: radsport-news.com

Sophie Wagner ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.

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