New York: Zverev kämpft sich bei den US Open durch

Auftritt gibt Rätsel auf: Was ist nur los mit Tennisstar Alexander Zverev?

Alexander Zverev hat sich bei den US Open in New York in die dritte Runde gekämpft, zeigte sich aber nach seinem jüngsten Marathon-Match selbstkritisch. Nach einem Sieg über den Franzosen Quentin Halys äußerte der Tennisstar Bedenken hinsichtlich seiner aktuellen Form und erklärte, dass er das Turnier mit seiner derzeitigen Spielweise nicht gewinnen werde.

Der Hamburger setzte sich in einem anstrengenden Fünfsatz-Match mit 6:4, 4:6, 7:6 (7:3), 6:7 (3:7), 6:3 gegen Halys durch. Dieses Match dauerte 4:33 Stunden und endete um 2:15 Uhr Ortszeit. Es war das achte Mal, dass Zverev die dritte Runde in New York erreichte. Bereits in der ersten Runde hatte er einen mühsamen Fünfsatz-Sieg gegen den Italiener Lorenzo Sonego errungen.

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Zverev beschrieb seine Leistung als „ziemlich scheiße“ und sein Spiel als „eklig“, betonte jedoch, dass das Durchkämpfen auch eine Qualität sei. Er hofft, bald wieder besseres Tennis spielen zu können. Trotz der langen Spielzeiten auf dem Platz fühlt er sich körperlich weiterhin gut. Zum Vergleich: Auf dem Weg zu seinem French-Open-Titel verbrachte er in den ersten beiden Matches deutlich weniger Zeit auf dem Platz.

Herausforderungen und Aussichten

Vor dem Duell mit dem gesetzten Alejandro Tabilo am Samstag ist eine Leistungssteigerung für Zverev dringend erforderlich, um einen ernsthaften Angriff auf seinen zweiten Grand-Slam-Titel zu starten. Er erwartet gegen den Chilenen ein „weiteres schwieriges“ Match. Zverev hat gegen Tabilo eine Bilanz von 2:0.

Die Aussichten für Zverev im Turnierverlauf könnten sich jedoch verbessern. Am Donnerstag schieden in seiner Hälfte des Turnierbaums zwei Top-Ten-Spieler aus: der Kanadier Félix Auger-Aliassime und der Australier Alex de Minaur. Auch der Italiener Lorenzo Musetti schied aus. Der Weltranglistenerste Jannik Sinner fehlt verletzt, und Novak Djokovic schied überraschend in der ersten Runde aus. Als mögliche Halbfinalgegner aus der Weltspitze verbleiben lediglich US-Star Taylor Fritz und Paris-Finalist Flavio Cobolli aus Italien.

Zverev ist, wie so oft in den letzten Jahren, der einzige verbliebene deutsche Einzelkämpfer im Turnier. Die anderen deutschen Profis, darunter Eva Lys, Tatjana Maria und Jan-Lennard Struff, schieden am Donnerstag aus. Lys zog aus ihrer Niederlage gegen die French-Open-Siegerin Mirra Andrejewa die Erkenntnis, dass sie nun wisse, woran sie arbeiten könne.

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Genervt von seinem Spiel: Alexander Zverev.(Foto Credit: n-tv.de

Analyse der Leistung

Das Match gegen Halys zeigte einen Zverev, der an frühere Tage erinnerte. Nach einem souveränen ersten Satz wurde das Duell ausgeglichen, und Zverev schwächelte, was Halys den zweiten Satz einbrachte. Trotz eines guten Starts in den dritten Satz mit einem Break, kassierte Zverev umgehend ein Re-Break und begann, mit seinem Team zu diskutieren. In seiner Box saßen unter anderem sein Vater Alexander, der ihn trainiert, und sein Bruder Mischa, sein Manager.

Sein Spiel war fahrig und fehlerhaft, seine Bewegung schlecht, und er stand oft offen zum Ball. Anfang der Saison hatte Zverev seinen Stil angepasst, um offensiver und mutiger zu spielen, was zu seinem French-Open-Sieg und der Finalteilnahme in Wimbledon führte. Bei den Australian Open erreichte er zu Jahresbeginn das Halbfinale. Von diesen neuen Qualitäten war in diesem Match jedoch wenig zu sehen.

Trotz der Schwierigkeiten zeigte Zverev eine wichtige Eigenschaft: Er gab nicht auf. Bei einem Rückstand von 2:4 im dritten Satz wechselte er seine Schuhe, nutzte einen Breakball und sicherte sich den Satz im Tiebreak. Halys kämpfte sich zurück und gewann den Tiebreak im vierten Satz. Im entscheidenden fünften Satz riss sich Zverev zusammen, schaffte das entscheidende Break zum 3:2 und gab diesen Vorteil nicht mehr her. Er nahm Halys abschließend das Aufschlagspiel zum 6:3 ab.

Zverev weiß, dass Grand-Slam-Tennis anders ist, da es über drei Gewinnsätze geht und Höhen und Tiefen dazugehören. Er hat gelernt, seine Tiefen auszusitzen und sich durch schwierige Phasen zu kämpfen, wie er in dieser „absurden Nacht“ in New York bewies.

Source: n-tv.de

Maximilian Weber ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.

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